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Geschichte der Feuerwehr Kälberau

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau

Das Feuerlöschwesen in Kälberau vor der Freiwilligen Feuerwehr

Im Jahr 1866 erarbeitete man im königlichen Bezirksamt Alzenau eine Feuerlöschordnung, mit der jede Gemeinde im Bezirk Alzenau zur Aufstellung einer Feuerwehr aufgefordert wurde. Daraufhin verpflichtete die Gemeinde Kälberau 1867 etliche Männer zum aktiven Feuerwehrdienst. Als Feuerlöschgerät stand eine Handdruckspritze zur Verfügung, die von den Gemeinden Kälberau und Alzenau zusammen angeschafft worden war.

Erste Feuerwehrspritze der Gemeinden Alzenau und Kälberau
(Bild: Stadt Alzenau, Archiv)

Wie sich die erste Pflichtfeuerwehr in Kälberau weiter entwickelte, ist nicht bekannt. Vielleicht wurde sie bald wieder aufgelöst. Ein Indiz dafür ist, dass die Gemeinde Kälberau die Handdruckspritze der alleinigen Verwendung der Freiwilligen Feuerwehr Alzenau überließ, nachdem diese 1869 gegründet worden war.

Von der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau bis zum Ende der Weimarer Republik

Das genaue Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau kann nicht mehr ermittelt werden. Es ist keine Gründungsurkunde vorhanden und vereinseigene Aufzeichnungen werden erst seit 1907 geführt. Verschiedene Hinweise deuten allerdings darauf hin, dass die Freiwillige Feuerwehr Kälberau ca. 1880 gegründet wurde. Das Gründungsjahr wurde schließlich offiziell auf 1881 festgelegt.

Auch nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr gab es in Kälberau eine Pflichtfeuerwehr. Jeder männliche Einwohner in Kälberau zwischen 18 und 55 Jahren, der nicht Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr war, musste dort Dienst leisten. Die Freiwillige Feuerwehr Kälberau war in drei Mannschaften (Lösch-, Steiger- und Ordnungsmannschaft) eingeteilt. Der Kommandant leitete die Feuerwehr. Ihm waren alle Mannschaften unterstellt.

Im Jahr 1882 kaufte die Gemeinde Kälberau eine Handdruckspritze, die ausschließlich von der Kälberauer Feuerwehr verwendet wurde.

Anfang des 20. Jahrhunderts herrschten bei der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau strenge Sitten. Fehlte ein Mitglied mehr als dreimal unentschuldigt bei einer Feuerwehrübung, wurde es aus der Freiwilligen Feuerwehr ausgeschlossen und der Pflichtfeuerwehr überstellt.

Im Jahr 1907 begann die Freiwilligen Feuerwehr Kälberau ein Protokollbuch zu führen.

1910 wurde die erste Vereinskasse eingeführt.

Für die Zeit des ersten Weltkrieges gibt es keine Unterlagen zu Aktivitäten der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau. Auch im Protokollbuch wurden keine Eintragungen vorgenommen.

Während der Weimarer Republik führte die Freiwillige Feuerwehr erstmals auch gesellschaftliche Veranstaltungen durch. So kann man im Protokollbuch lesen, dass sich die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr am 26. Dezember 1924 zu einer Christbaumfeier mit anschließender Verlosung versammelten. Am 9. Oktober 1927 organisierte die Freiwillige Feuerwehr Kälberau einen öffentlichen Tanzball bei Gastwirt Arnulf Englert.

Im Jahr 1929 wurde für die Freiwillige Feuerwehr Kälberau ein Schlauch- und Gerätewagen angeschafft. Die angefallenen Kosten (189,75 Reichsmark) wurden damals zum Teil aus dem Fond für Feuerlöschwesen (100 Reichsmark) und der Gemeindekasse (14,75 Reichsmark) getragen. Den Rest (75 Reichsmark) bezahlte die Freiwillige Feuerwehr aus ihrer Vereinskasse.

Im Jahr 1930 feierte die Freiwillige Feuerwehr Kälberau das 50-jährige Bestehen am 19. Juli mit einem Kommersabend und am 20. Juli mit einem Festgottesdienst, einem Festzug und Festbetrieb. Das Fest war in Kälberau ein großes Ereignis.

Festzug durch Kälberau ca. 1930. Vielleicht anlässlich des 50-jährigen Jubiläums (Bild: Peter Englert)

Die Freiwillige Feuerwehr Kälberau in der Zeit des Nationalsozialismus

Im Jahr 1936 musste der damalige Kommandant Valentin Sticksel, der mittlerweile offiziell als „Führer der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau“ bezeichnet wurde, am 15. März die Feuerwehr dem Ortspolizeiverwalter von Kälberau unterstellen. Am 20. April 1936 erfolgte die Anerkennung als „Feuerlöschpolizei“.

Am 8. Januar 1938 wurde die Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau zum ersten Mal als „Generalappell“ abgehalten.

In der Zeit des zweiten Weltkrieges waren die Deutschen zur „Metallspende des deutschen Volkes“ aufgerufen. Die Freiwillige Feuerwehr Kälberau beteiligte sich an dieser Sammelaktion und spendete zum Geburtstag von Adolf Hitler im Jahr 1940 fünf Messinghelme.

Urkunde für die Metallspende der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau im Jahr 1940
(Bild: Stadt Alzenau, Archiv)

Der Einzug von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zur Wehrmacht schwächte die Kälberauer Wehr deutlich. Zur Sicherstellung des Brandschutzes wurden deshalb am 28.09.1941 zehn wehrpflichtige Männer aus Kälberau durch den Bürgermeister für die Dauer des Krieges zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Am 5. Dezember 1943 folgten weitere sieben Männer.

Die Freiwillige Feuerwehr Kälberau nach dem zweiten Weltkrieg bis zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 1981

Am 14. Mai 1946 beschloss der damalige Gemeinderat von Kälberau eine Tragkraftspritze für die Freiwillige Feuerwehr Kälberau anzuschaffen. Bereits am 9. Oktober desselben Jahres konnte sie eingeweiht und in Dienst gestellt werden.

Festzug zum 80-jährigen Gründungsfest durch Kälberau an der Ecke Michelbacher Straße / Bahnhofstraße im Jahr 1962
(Bild: Kilian Friedmann)

Festzug zum 80-jährigen Gründungsfest durch Kälberau an der Ecke Michelbacher Straße / Bahnhofstraße im Jahr 1962
(Bild: Kilian Friedmann)
Ab 1948 bis Ende der sechziger Jahre veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr in regelmäßigen Abständen Tanzabende, meistens zur Faschingszeit. Sie fanden in Kälberau abwechselnd in den Gastwirtschaften Sell (heutiger Landgasthof „Grüner Baum“) und von Arnulf Englert statt.

Aufgrund des schlechten Zustandes der vorhandenen Motorspritze kaufte die Gemeinde Kälberau 1959 eine neue Tragkraftspritze (TS8/8) für die Kälberauer Feuerwehr. Ihre Einweihung fand am Pfingstmontag desselben Jahres nach dem gemeinsamen Kirchgang statt.

Gruppenbild der Ehrengäste beim Gründungsfest 1962
(Bild: Kilian Friedmann)

Am 8. Dezember 1963 wurde das erste Feuerwehrfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau (VW-Bus) eingeweiht und in Dienst gestellt. Die Feuerwehr beteiligte sich an den Anschaffungskosten mit den Einnahmen aus dem Feuerwehrfest, das sie im Jahr 1962 anlässlich ihres 80-jährigen Bestehens veranstaltet hatte.

1969 wurde auf dem Gebäude der alten Schule in der Karl-Amberg Strasse die erste Feuerwehrsirene in Kälberau installiert. Bis zu diesem Zeitpunkt alarmierte man in Kälberau mit dem Signalhorn.

Im Jahr 1974 richtete die Freiwillige Feuerwehr Kälberau das Stadtfeuerwehrfest aus. Es war das erste Feuerwehrfest in Kälberau, das am Gerätehaus stattfand.

Am 2. März 1975 wurde die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau gegründet. Der erste Jugendwart war Karlheinz Sauer.

Altes Gerätehaus in Kälberau
(Bild: Stadt Alzenau, Archiv)

Im Jahr 1975 baute die Stadt Alzenau in Kälberau ein neues Feuerwehrgerätehaus an derselben Stelle, an der auch das alte Gerätehaus gestanden hatte.

Neues Gerätehaus in der Bauphase
(Bild: Stadt Alzenau, Archiv)

Am 12. September 1975 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus feierlich eingeweiht. Zu diesem Anlass überließ die Stadt Alzenau der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau ein zweites Feuerwehrauto, einen VW-Bus, den die Alzenauer Feuerwehr zuvor ausrangiert hatte.

Einweihung des Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF 8/8) im Jahr 1980
(Bild: Ewald Pfarr)
Einweihung des Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF 8/8) im Jahr 1980
(Bild: Ewald Pfarr)

Im Jahr 1981 beschaffte die Freiwillige Feuerwehr Kälberau auf Vereinskosten als Mannschaftswagen einen gebrauchten VW-Bus. Die feuerwehrtechnische Nachrüstung bezahlte die Stadt Alzenau. Das neue Fahrzeug wurde am 31. Mai 1981 eingeweiht und ersetzte das 1963 in Dienst gestellte Feuerwehrauto.

Einweihung des neuen VW-Busses im Jahr 1981
(Bild: Ewald Pfarr)

Zum 100-jährigen Jubiläum veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr vom 13. bis zum 15. Mai 1981 auf dem Festplatz an der neuen Schule in Kälberau ein großes Feuerwehrfest.

Gruppenbild der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau im Jubiläumsjahr 1981
(Bild: Fotostudio Brückner)

Die Freiwillige Feuerwehr Kälberau bis zum 125-jährigen Jubiläum im Jahr 2006

Im Jahr 1982 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Kälberau die ersten eigenen Atemschutzgeräte.

Am 19. November 1983 wurde der Feuerwehrverein „Freiwillige Feuerwehr Kälberau e. V.“ gegründet.

1985 errichtete die Freiwillige Feuerwehr Kälberau in Eigenleistung den Anbau zwischen Feuerwehrgerätehaus und der alten Schule. Die Stadt Alzenau stellte dafür die Baumaterialien zur Verfügung. Der Anbau wurde am 31. Mai 1985 im Rahmen des damaligen Frühlingsfestes eingeweiht.

Einweihung des Gerätehausanbaus im Jahr 1985
(Bild: Peter Englert)
Gerätehaus mit dem neuen Anbau
(Bild: Stadt Alzenau, Archiv)

Aufgrund von technischen Mängeln an der vorhandenen Tragkraftspritze kaufte die Stadt Alzenau im Jahr 1992 eine neue Motorspritze. Am Pfingstmontag desselben Jahres wurde sie feierlich in Dienst gestellt.

Einweihung der neuen Tragkraftspritze TS 8/8 im Jahr 1992
(Bild: Peter Englert)

Im Jahr 1993 veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Kälberau erstmals das mittlerweile traditionelle Schlachtfest.

Als Ersatz für den 1981 angeschafften VW-Bus kaufte die Kälberauer Wehr im Jahr 1994 auf Vereinskosten wiederum einen gebrauchten VW-Bus. Die Stadt Alzenau übernahm die Kosten für die feuerwehrtechnische Ausrüstung.

Der neue VW-Bus vor der Umlackierung
(Bild: Helmut Treuling)

Das Fahrzeug wurde am Pfingstmontag 1994 eingeweiht und war bei der Feuerwehr Kälberau im Einsatz bis die Stadt Alzenau 2013 ein neues MZF beschaffte.

Da der Platz im Feuerwehrgerätehaus nicht mehr ausreichte, baute die Freiwillige Feuerwehr Kälberau 1997 in Eigenleistung zusätzlich eine zweiständige Garage. Wie beim Gerätehausanbau 1985 übernahm die Stadt Alzenau die Kosten für das Baumaterial. Am Pfingstmontag 1997 fand die Einweihung der Garage statt.

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau während dem Garagenbau
(Bild: Peter Englert)
Der Kommandant Roland Scheuermann während seiner Ansprache zur Einweihung der neuen Garage
(Bild: Peter Englert)

Am zweiten Adventswochenende 1999 veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Kälberau den ersten Christbaummarkt. Seit dem Jahr 2001 beteiligen sich auch die anderen Ortsvereine und der Kindergarten „An der Kahlaue“ mit eigenen Verkaufsständen an dieser Veranstaltung.

Im Jahr 2003 beschaffte die Stadt Alzenau als Ersatz für das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF 8/8) ein neues Feuerwehrfahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug (LF8/6). Es wurde nach dem traditionellen Kirchgang am Pfingstmontag 2003 feierlich eingeweiht.

Einweihung des Löschgruppenfahrzeugs (LF 8/6) im Jahr 2003
(Bild: Björn Sticksel)

Im Jahr 2006 feiert die Freiwillige Feuerwehr das 125-jährige Bestehen. Dies wurde zum Anlass für die Fotos auf den folgenden Seiten genommen.

Die Einsatzfahrzeuge der Kälberauer Wehr im Jahr 2006
(Bild: Andreas Pfetzing)
Die Vorstandschaft der Freiwilligen Feuerwehr Kälberau im Jubiläumsjahr 2006
(Bild: Oliver Lelke)
Die Freiwillige Feuerwehr Kälberau im April 2006
(Bild: Oliver Lelke)

Die Fusion mit Michelbach

Im Jahr 2021 war die Stadt Alzenau durch die Kreisbrandinspektion wieder einmal auf die unzureichenden Platzverhältnisse im Kälberauer Gerätehaus hingewiesen worden. Die Spinde wenige Zentimeter neben dem Löschfahrzeug, in die Jahre gekommene Sanitäranlagen, keine Damentoilette, keine Duschen. Es war klar, dass dieser Zustand schon lange keine adäquaten Bedingungen für den Feuerwehrdienst mehr bietet und sich etwas ändern musste. Zugleich gab es durch die beengte Platzsituation in der Kälberauer Ortsmitte keinerlei Möglichkeiten, das Gerätehaus zu erweitern.

Im Rathaus wurde daher eine Idee aufgegriffen, über die man in der Vergangenheit bereits nachgedacht hatte; Eine Fusion der Feuerwehren Michelbach und Kälberau. Auch das Michelbacher Gerätehaus war – obwohl erst 20 Jahre alt – bereits wieder zu klein und bot nicht die erforderliche Infrastruktur. Außerdem ist es in Michelbach so nahe am Ortsausgang zu Kälberau gelegen, dass es auch für die Feuerwehrdienstleistenden aus Kälberau gut erreichbar ist. Würde man das Feuerwehrhaus dort für eine gemeinsame Wehr ausbauen und ertüchtigen, schlüge man zwei Fliegen mit einer Klappe.

Nachdem der Bürgermeister mit dieser Idee bei den Kommandanten der beiden Feuerwehren vorstellig wurde, konnten schnell zahlreiche weitere Vorteile einer solchen Fusion identifiziert werden. Einerseits stehen den Ehrenamtlichen im neu (aus)gebauten Feuerwehrhaus hervorragende Bedingungen für ihren Feuerwehrdienst zur Verfügung. Der Dienst in einer großen Feuerwehr mit der Komponente Technische Hilfeleistung bietet zudem spannende neue Herausforderungen. Die Fahrtzeit zum Gerätehaus und nach Kälberau verlängert sich zwar etwas. Dafür können nun die schnell verfügbaren Kamerad:innen aus beiden Ortsteilen gemeinsam das erste Fahrzeug besetzen. Insbesondere tagsüber spart man sich dadurch wertvolle Wartezeit und macht die längere Fahrtzeit wieder wett. Die Stadt Alzenau gewinnt damit nicht nur eine rund um die Uhr alarmsichere Feuerwehr. Sie hat auch die Möglichkeit, die beengte Kälberauer Ortsmitte weiterzuentwickeln. Darum versprach der Stadtrat im Dezember 2021, nach dem Vollzug der Fusion auch umgehend die lang ersehnte Sanierung der Alten Schule Kälberau anzugehen.

Nicht zuletzt dieses Versprechen überzeugte schließlich eine große Mehrheit der Kälberauer Feuerwehrler:innen, die in einer geheimen Abstimmung für die Fusion mit Michelbach stimmten. In Michelbach fiel die Abstimmung fast einstimmig pro Fusion aus. Während man in städtischen Bauamt und im Architekturbüro an die Planungen ging, die baulichen Voraussetzungen zu schaffen, wurde die Fusion organisatorisch teilweise bereits vollzogen. Seit 2022 fanden die Übungen der beiden Wehren nur noch gemeinsam statt. Ab 2023 bildete man eine Ausrückegemeinschaft, um gemeinsam zu den Einsätzen im Ortsgebiet zu fahren. Die Kommandanten und weiteren Funktionsträger:innen investierten derweil unzählige Stunden in die Planung der übrigen Aspekte der Fusion.

Am 15. Mai 2023 war die Zeit dann reif für den Spatenstich am Michelbacher Gerätehaus und es fiel der Startschuss für eine zweijährige, herausfordernde Bauphase. Schon grundsätzlich ist es nicht einfach, bei der Planung eines solchen Gebäudes an alles zu denken. Der Um- und Ausbau des Michelbacher Gerätehauses musste aber auch so erfolgen, dass die Feuerwehr Michelbach während der kompletten Bauzeit ausrückefähig bleibt. Dies brachte einen immensen Abstimmungsbedarf mit sich, sodass die Kommandanten, allen voran Marcus Huth, beinahe täglich auf der Baustelle nach dem Rechten sehen mussten. Zum Glück hatten wir Otto Moll von der Feuerwehr Michelbach, der fortan seine wohlverdiente Rente auf der Baustelle verbrachte und bei jedem Arbeitsschritt ein wachsames Auge darauf hatte, dass alles nach Plan läuft.

Nach Jahren der Planung und des Bauens, die so manchen Nerv gekostet hatten, war es im Frühjahr 2025 dann schließlich so weit: Am 9. Mai 2025 fand die Gründungsversammlung der Feuerwehr Michelbach-Kälberau statt. Zuvor galt es allerdings noch eine Hürde zu überwinden. Die Finanzsituation der Stadt Alzenau hatte sich seit 2021 massiv verschlechtert. Große Teile des Stadtrats sahen sich daher nicht mehr in der Lage, ihr Versprechen, die Alte Schule 2025 umgehend zu sanieren, einzuhalten. Es war schließlich die Feuerwehr, die Verständnis für die klammen Kassen zeigte und der Kommunalpolitik die Hand reichte. Auch wenn die Sanierung der Alten Schule für viele Kälberauer Kamerad:innen ein wesentlicher Beweggrund war, entschieden sich die aktiven Feuerwehrler:innen dafür mit der Fusion wie geplant fortzufahren. Der Stadtrat legte derweil fest, dass die Sanierung der Alten Schule erfolgen soll, sobald die finanziellen Mittel es zulassen.

In der Gründungsversammlung wurde sodann Marcus Huth (bisher 1. Kommandant Michelbach) zum ersten Kommandanten, Björn Sticksel (bisher 2. Kommandant Kälberau) zu seinem ersten Stellvertreter und Michael Lang (bisher 1. Kommandant Kälberau) zu seinem zweiten Stellvertreter gewählt. Startdatum der neuen Feuerwehr sollte der 1. Juli 2025 sein.

Eineinhalb Monate später, am 29. Juni, konnte dann auch das nagelneue Gerätehaus rechtzeitig eingeweiht werden. Selbstverständlich läuft auch so ein Tag bei der Feuerwehr nicht nach Plan. Kurz nach elf mussten beide Feuerwehren noch zur Rettung eines gestürzten Radfahrers in die Weinberge ausrücken. Nachdem dieser Einsatz zügig abgeschlossen worden war, konnte das offizielle Programm mit leichter Verspätung starten. Bei praller Sommerhitze wurden die Kälberauer Fahrzeuge bei Anwesenheit zahlreicher Würdenträger:innen und vieler Besucher:innen aus der Ortsbevölkerung aus dem Kälberauer Gerätehaus ins neue gemeinsame Feuerwehrhaus nach Michelbach überführt. Die Kälberauer Feuerwehrdienstleistenden konnten dort ihre neuen, komfortablen Spinde beziehen. Bei gutem Essen und kühlen Getränken wurde diese besondere Gelegenheit dann noch gebührend gefeiert, bevor wir den Tag am Gerätehaus ausklingen ließen.

Am 1. Juli 2025 um 0 Uhr war schließlich Stunde Null: Statt zweier Feuerwehren gibt es seitdem nur noch die Freiwillige Feuerwehr Michelbach-Kälberau, die nun bestens aufgestellt ist, um den Menschen in beiden Stadtteilen und darüber hinaus in jeder Notlage beizustehen. Die Tradition der beiden ehemaligen Feuerwehren wird nicht nur durch die jeweiligen Feuerwehrvereine aufrechterhalten. Auch ist die aktive Wehr in der relativ kurzen Zeit der Fusion bereits so eng zusammengewachsen, dass man hier auf die Unterstützung der jeweils anderen zählen kann. Gemeinsam freuen wir uns daher auf das, was die Zukunft bringt.

Auf dass auch in der Feuerwehr Michelbach-Kälberau alle von ihren Einsätzen gesund zurückkommen.

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